Egmont Mika

Zerstörender Glaube

Zerstörung ist nicht immer negativ, vielmehr oft sogar notwendig als Teil des kreativen Prozesses.

Damit Ackerland entstehen kann, muß Wald gerodet werden, Slums müssen aufgeräumt werden, bevor neue, gesündere Wohngebiete gebaut werden können, und der Sprung in eine neue Gewohnheit gelingt nur, wenn die alte aufgegeben wird.

Manchmal ist es nicht möglich, etwas Neues entstehen zu lassen, bevor das Alte niedergerissen oder aufgegeben ist. Manchmal kann man einfach auf dem Alten nicht immer noch weiterbauen.

Früher oder später wird es zu einem Konflikt kommen zwischen dem Alten und dem Neuen und wir sind vor die Wahl gestellt. Entweder passen wir uns an, gehen einen Kompromiß ein und bleiben wo wir sind sind, oder aber wir reißen ab und fangen wieder von vorne an, hoffentlich auf einem besseren Fundament.


Könnte dies auch auf unser geistliches Leben zutreffen?

Eine geistliche Erweckung wurde noch nie von Menschen ins Leben gerufen, deren Herzen an der Vergangenheit hingen. Vielmehr brach Erweckung hervor aus einer neuen Einsicht und Überzeugung heraus, einer Offenbarung oder geistlichen Begegnung. Dieses Neue verlangte nach neuen Ausdrucksformen und als Konsequenz die Übergabe oder Abschaffung der alten.

Somit baut Erweckung nicht nur auf, sondern zerstört auch.

Wenn dich das erschreckt, wird dir möglicherweise der Anschluß an das, was der Herr heute tut, nicht gelingen.

Tatsächlich ist zu gewissen Zeiten der Herr selbst einer, der „entwurzelt“, „herunterreißt“, „zerstört“ und „übergibt“, bevor er „baut“ und „pflanzt“. (Jer 1, 10)

Zugegeben, in den meisten Fällen ist es durchaus weise, sich anzupassen, Kompromisse zu schließen und eine Sache langsam zu entwickeln. Es braucht Zeit und Geduld, ein Haus, eine Familie, eine Gemeinde oder einen Betrieb aufzubauen.

Es gibt jedoch auch Situationen, wo es gilt, über eine Schlucht zu springen. Das geht nicht in kleinen Schritten.

Falls du dich in einer derartigen Lage befinden solltest, möge der Herr dir Einsicht und Mut geben.

Und Glaube zum Handeln.