Egmont Mika

Nur immer mehr?

Grenzenlose Segnungen

Als Jünger Jesu bist du ein über die Maßen Gesegneter.

Zu deinen Vorrechten gehört es, die Segnungen des Neuen Bundes voll in Anspruch nehmen zu dürfen.

Und das ist nicht gerade wenig: Versöhnung mit Gott, innerer Friede und neues Leben in ständiger Gemeinschaft mit ihm, ja, ewiges Leben.

Nicht genug damit. Auch die Erhörung deiner Gebete und damit zahllose konkrete Erfahrungen seiner Gegenwart und Liebe: Körperliche und seelische Heilung, Befreiung von dämonischer Bindung, Wiederherstellung gebrochener Beziehungen, letztlich die Aufrichtung eines jeden Bereichs deines persönlichen Lebens.

Hier jedoch ist Weisheit geboten.

Auftrag verfehlt!

Wenn das Empfangen von Segnungen und Gaben zum alleinigen Inhalt wird, geht die eigentliche Botschaft verloren. Und wenn das Empfangen zum alleinigen Motiv für Jüngerschaft wird, ist der Auftrag Jesu verfehlt.

Zugegeben, jeder von uns braucht Hilfe und darf Hilfe in Anspruch nehmen. Und Gott ist bereit, jedem und ohne Vorbehalt zu geben.

Wer aber immer nur empfangen will, bleibt geistlich unterentwickelt. Und der Auftrag bleibt liegen.

Ein Sünder wird nicht zum Gläubigen allein dadurch, dass er etwas bekommt. Und ein bloßer Konsument der Gaben Gottes reift nicht zum Jünger heran, dadurch dass er immer noch mehr bekommt.

Wonach also willst du dich ausstrecken? Nach mehr und mehr Segen? Mehr und mehr Wunderheilungen? Der Gedanke, in steigendem Maß in die Nachfolge Jesu „hineingesegnet” zu werden, ist verlockend, jedoch trügerisch.

Tatsächlich ist es ein Irrweg. Da geht es nicht mehr primär um den Geber sondern um seine Gaben und letztlich um dich. Verehrung aber der Gaben auf Kosten des Gebers mit Fokus auf dich selbst - das wäre Götzendienst.

Werden so Jünger gemacht?

Warum dann so viel Überredungskunst bei „Evangelisationen”? Wozu dieses Locken und Werben!

Warum werden Gastsprecher mit dem Hinweis auf ihre starken Wunder angekündigt? Geht es möglicherweise doch mehr um den sichtbaren Erfolg einer Veranstaltung als um Gott?

Was hält Jesus davon?

Jesus muss sich dieser Problematik bewusst gewesen sein. Niemals nahm er einem Hilfesuchenden die Verantwortung für den eigenen Glauben ab.

Da wurde niemand gelockt und genötigt, beturtelt oder bestreichelt. Niemals verwendete er Befreiung oder Wunderheilung als Werbemittel oder um damit Menschen an sich zu binden. Eher vermied er derartige Publizität.

Im Gegenteil, er schien es den Leuten schwer machen zu wollen.

Wenn jemand ihm nachfolgen wollte, machte er auf die negativen Konsequenzen aufmerksam: Entfremdung von Familie und Freunden, Unsicherheit und Unbequemlichkeiten, Verachtung und Verfolgung bis hin zur Hinrichtung.

Mit solchen Versprechen wurde auch damals niemand populär.

Deine Entscheidung

Warum also willst du ihm folgen? Wegen der Gebetserhörungen oder der Gaben? Eben weil du gesegnet werden willst?

Das absolut Vorrangige ist und muss bleiben, den Herrn zu lieben, auf seine Stimme zu hören, sich ihm unterzuordnen und treu seinen Auftrag auszuführen. Seine Gnade und deine Dankbarkeit reichen dafür aus.

Alles andere, was du dir sonst noch erbittest und durchaus legitim sein mag, kommt auch noch dran, aber eher in zweiter oder gar dritter Linie. Und auf seine Bedingungen hin.

Nicht deine, sondern seine Wünsche sind doch das eigentlich Interessante. Davon allerdings kannst du bedenkenlos sagen:

„Nur immer mehr!”