Egmont Mika

Hoffnungslos?

Warum scheinen einige „nie” zu lernen?

Lassen nach der Kaffeepause großzügig ihre Flecken und Krümel auf dem Tisch, laden die verwendete Tasse samt ausgespucktem Kaugummi kurz in der Spühle ab, übersehen stillschweigend den seit Tagen vor sich hinstinkenden, bereits überquellenden Mülleimer und überlassen die Sorge um diese Dinge getrost anderen Leuten.

Wo liegt das Problem? Ist es Unwissenheit?

Die Lösung wäre in diesem Fall, den Täter zurechtzuweisen oder wenigstens zu informieren und ihm zu demonstrieren, wie es gemacht werden soll.

Jedoch ist Unwissenheit selten das Problem. Man könnte es eine Attitüde nennen, nach dem Motto „Nach mir die Sintflut!” Diese Menschen kümmern sich einfach nicht darum, was anderen wichig ist. Offensichtlich haben sie andere Wertungen oder, sagen wir, Präferenzen.

Müssen wir anderen uns damit abfinden?

Wie ändert man die Wertungen eines Menschen?

Ist es unmmöglich? Mag sein, wenn wir sofortigen Erfolg erwarten. Der erhobene Zeigefinger verändert selten einen Menschen. Und Schimpfen bringt kaum langfristigen Erfolg, verhärtet eher noch und erzeugt im besten Fall einen Heuchler.

Wirkliche Veränderung muss auf einer tieferen Ebene des Bewusstseins ansetzen. Da geht es darum, Einsichten, Gefühle und grundlegende Werte zu vermitteln, mit Liebe, Ausdauer und unbeirrter, pädagogischer Festigkeit.

Auch mit Glaube.

Jesus würde wohl keinen Menschen einen hoffnungslosen Fall nennen und mit Moralisierungen gar nicht erst anfangen. Stattdessen ginge es ihm um eine tiefergreifende, innere Verwandlung des Menschen. Und mit einem höheren Ziel im Auge als die soziale und kulturelle Anpassung äußerlichen Verhaltens.

Er würde versuchen, das Herz zu erreichen.

Wie macht man das?